Allen gerecht werden – wie geht das?

Soziale GerechtigkeitBayern ist ein relativ wohlhabendes Land. Der Anteil derjenigen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, ist gering. Dies hängt in erster Linie mit der vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit zusammen. Dennoch sind Wohlstand und Lebenschancen auch in Bayern ungleich verteilt: zwischen den Regionen, zwischen den Geschlechtern und zwischen den Generationen.

Armut heute bekämpfen oder Schulden abbauen und in die Zukunft investieren: wie lässt sich der Widerspruch zwischen Chancengleichheit durch Umverteilung heute und Generationengerechtigkeit für morgen lösen? Oder gibt es ihn gar nicht?

Die reichen und die armen Verwandten. Wie viel regionale Ungleichheit verträgt unser Land und was kann die Politik dagegen tun?

26% weniger geht nicht. Aber wie geht gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Ist vielleicht doch sozial gerecht, was Arbeit schafft?

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5 Antworten auf Allen gerecht werden – wie geht das?

  1. Stephan sagt:

    Ich glaube wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Perspektiven für Menschen geben können, die keinen Abschluss gemacht haben und keine Ausbildung bekommen (können), weil sie durchs (Schul-)System gefallen sind. Wir brauchen da endlich einen ehrlicheren Umgang mit den Arbeitsmarktkonzepten. Im Moment werden einige Leute von einer Weiterbildungsmaßnahme zur nächsten Umschulung geschickt. So kann das nicht weiter gehen. Wir müssen Menschen, die durch das bisherige System fallen, eine Möglichkeit geben, wie sie sich in die Gesellschaft einbringen können und dass das auch bezahlt wird!
    Gerade in einer alternden Gesellschaft wird es in Zukunft vielen älteren Menschen an sozialen Kontakten und Hilfeleistungen für einfachste Aufgaben, wie beispielsweise “Socken anziehen”, fehlen. Alles wird vermutlich nicht durch examinierte Fachkräfte abzudecken sein. Es wäre super, wenn beide Probleme durch eine gemeinsame Lösung behoben werden könnten.

  2. Ralph Hoffmann sagt:

    Es wird nur einen Weg geben: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Es kann nicht angehen, dass Frauen weniger verdienen, als Männer. Und wir müssen endlich bereit sein, den Menschen Löhne zu bezahlen, dass sie davon leben können. Des weiteren müssen die starken Schultern mehr an Lasten tragen, als die Schwachen. Dieses Grundprinzip der Solidarität haben wir längst verlassen. Wenn wir auf diesen Weg nicht wieder zurückfinden, dann wird die Schere weiter und weiter auseinanderklaffen. Leider arbeitet Schwarz-Gelb ausschließlich daran, die Starken noch mehr zu stärken.

  3. Johannes Hauck sagt:

    es geht nicht darum, dass jeder irgendeine arbeit hat, sei sie noch so schlecht bezahlt oder gesundheitsschädlich. außerdem ist es doch sowieso längst zeit, darüber nachzudenken, welche möglicheiten und chancen in einer gesellschaft jenseits der vollbeschäftigung stecken.
    ich finde, wir sollten wieder bzw weiter über das bedingungslose grundeinkommen diskutieren: es sollte einen soliden und unbürokratischen armutsschutz geben, zudem wären gerade die menschen, die bisher in prekären arbeitssituationen stecken, weniger erpressbar. aber klar, bayern ist auch recht wohlhabend und das thema armut nicht so relevant wie in anderen bundesländern. schlimm genug, dass es trotz des ganzen reichtums kinderarmut gibt, eine bessere infrastruktur (kitas, schulen etc) würde hier mehr helfen als ein bisschen mehr geld für die eltern.

  4. Roland Schwab sagt:

    Solange 80 bis 90 % der staatlichen Fördergelder im erweiterten Speckgürtel von München ausgeschüttet werden, braucht sich niemand zu wundern, wenn bei uns in Franken ‘die Lichter ausgehen’. Trotz moderner Kommunikationsmittel ist die räumliche Ausdehnung des Staatsgebietes eine erhebliche Erschwernis. Wir sollten das ändern und Franken zu einem eigenen Bundesland machen. Ein Teil der Behörden ist bereits gesplittet und die Zusammenlegung von Bezirksverwaltungen und Regierungsbezirksverwaltungen (das ist kein ‘Verschreiber’, die gibt’s tatsächlich) kann sogar zu Einsparungen führen. Evtl. kann auf diese Ebene bei verkleinerten Ländern ganz verzichtet werden, wenn die demokratische Kontrolle auf Kreis- und Landesebene verbessert wird.

  5. Jan Sieckmann sagt:

    “… sozial gerecht, was Arbeit schafft?”
    Dieser demagogische Spruch stammt übrigens von Hugenberg!
    Obendrein geht es nicht um das Schaffen von Arbeit. Effizienz heißt: _weniger Arbeit zu brauchen … und dadurch mehr Zeit für andere Dinge zu haben.
    Da wir nun einmal derzeit in einer Arbeits-Gesellschaft leben, wäre kurzfristig eher eine gerechtere Verteilung von Arbeit der Weg, als mit solchen Sprüchen Arbeitgeber-Freundliches zu bemänteln.

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