Mobilität im 21. Jahrhundert: Wie brechen wir das Paradigma der Auto gerechten Gesellschaft?

MobilitätDas Automobil ist gerade in Bayern nach wie vor ein Fetisch. Unser Städte sind nicht in erster Linie für Kinder und Familien da, sondern investieren weiter fleißig in möglichst Auto gerechte Strukturen sprich mehr Straßen-, Tiefgaragen- und Tunnelbau mit gigantischen Belastungen für die öffentlichen Haushalte. Der ländliche Raum leidet unter der weiter zunehmenden Zersiedlung und Zerstörung wertvoller Landschaftsflächen. Dabei ist klar, dass eine hohe Mobilität für die allermeisten Menschen auch in Zukunft ein wichtiges Grundbedürfnis bleiben wird.

Wie lässt sich Mobilität im Alltag umweltfreundlicher und sozialverträglicher gestalten?

Wie individuell muss/darf Mobilität sein?

In der Stadt braucht man ja kein Auto, aber auf dem Land….

Mein Auto fährt bald elektrisch. Chance oder Utopie?

Audi und BMW: Hindernis oder Chance für zukunftsfähige Mobilität?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten auf Mobilität im 21. Jahrhundert: Wie brechen wir das Paradigma der Auto gerechten Gesellschaft?

  1. Wir Menschen in den so genannten entwickelten Ländern müssen lernen, dass ein Auto NUR ein Fortbewegungsmittel ist, KEIN Statussymbol! Wir müssen weg von den großen Boliden, weg vom Geschwindigkeitsrausch auf den Straßen, weg von der Ideologie “Meiner hat mehr PS”.
    Die Elektrifizierung der Automobile ist auf gutem Weg, hat aber erst die ersten Schritte getan. Ich fahre z.B. einen CityEl, ein drewirädriges Kfz, die abfälligen Bemerkungen werden immer weniger, das Staunen, Hinterhergucken und drüber reden dafür immer mehr. Aber leider bin ich nur einer von wenigen, es ist noch ein langer Weg…

  2. @Matthias: Das ist genau der Punkt. Wir brauchen schlicht endlich einen rationalen Zugang zum Thema Mobilität, was im Autoland Bayern anscheinend noch immer sehr schwer fällt.

    Ich zitier mich mal selbst aus meine Blog: http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/30/127/#more-127

    “Das Automobil ist gerade in Bayern nach wie vor ein Fetisch. Unser Städte sind nicht in erster Linie für Kinder und Familien da, sondern investieren weiter fleißig in möglichst Auto gerechte Strukturen sprich mehr Straßen-, Tiefgaragen- und Tunnelbau mit gigantischen Belastungen für die öffentlichen Haushalte. Der ländliche Raum leidet unter der weiter zunehmenden Zersiedlung und Zerstörung wertvoller Landschaftsflächen. Dabei ist klar, dass eine hohe Mobilität für die allermeisten Menschen auch in Zukunft ein wichtiges Grundbedürfnis bleiben wird.

    Rund 85% aller Wegestrecken legen wir in Deutschland mit dem Automobil zurück. Im ländlichen Raum wird das Auto aufgrund der demographischen Entwicklung und der Zersiedelung auch weiterhin Hauptträger des Verkehrsaufkommens bleiben. Gleichzeitig muss der öffentlichen Verkehr verbessert, intelligente Verkehrskonzepte und neue umweltschonende Antriebstechnologien eingeführt werden.

    Die Entwicklung der Elektromobilität wie auch Wasserstoff betriebener Antriebe kann verheißungsvoll sein, wenn sie auf der Basis Erneuerbarer Energien betrieben werden und eine ehrliche Bilanz von Energie intensiver Produktion, Gewicht und Entsorgung der Batterietechnik vorliegt. Im Rahmen eines intelligenten Netzes könnten E-Mobile sogar als Zwischenspeicher für die Lastschwankungen von Photovoltaik und Windstrom dienen. Der NY Times Korrespondent Thomas L. Friedman beschreibt in seinem Buch „Hot, Flat & Crowded – Why we need a green revolution“ die Rolle des E-Mobil Besitzers, der über die Batterie seines Fahrzeuges nicht nur Stromkonsument sondern auch Verkäufer ist und zu verschiedenen Tageszeiten aus verschiedene Tarife wählen kann. Das intelligente Netz oder sog. Smart Grid wird eine Verbindung von Energie- und Internetrevolution sein. Nicht nur Fahrzeuge sondern komplette Haushalte regulieren mittels einer sog. Black Box Energieverbräuche und -weitergabe auf die effektivste Art und Weise und ermöglichen somit die optimale Einbindung der Erneuerbaren Energien.

    Wenn nun aber 40 Mio. fossil betriebene Automobile in Deutschland durch E-Mobile ersetzt werden, haben wir unser Ziel verfehlt. Verkehrsvermeidung, insbesondere in den weiter wachsenden urbanen Ballungszentren, muss die erste Priorität sein und der erste Schritt hierzu muss eine Gleichbehandlung aller Verkehrsträger nach Umweltschutz und Kostengesichtspunkten sein.”

  3. Spannend finde ich die Entwicklung in den Niederlanden mit der Einführung einer kilometerabhängigen PKW-Maut ab 2012. Der Anreiz weniger (intelligenter) Auto zu fahren ist über eine direkte Kilometerbesteuerung höher als über intransparent unregelmäßig schwankende Preise an der Zapfsäule (trotz Ökosteuer). Die Datenschutzproblematik bereitet mir noch Kopfschmerzen. Weitere Meinungen hierzu würden mich interessieren.
    http://www.rp-online.de/auto/news/Pkw-Maut-Niederlande-zum-Vorbild-nehmen_aid_783467.html

  4. Matthias Lewin sagt:

    @ Dieter: die niederländische Lösung finde ich gerecht, der Datenschutz ist natürlich ein Problem, da ist Vertrauen nötig, das leider bzw. als logische Konsequenz nicht mehr – oder nur noch zum Teil – vorhanden ist. Im übrigen wird sich der fossile Antrieb in relativ naher Zukunft von selbst erledigen, weil er nicht mehr bezahlbar sein wird. Und wenn die Antriebstechnik (Batterie, Akku, Wasserstoff) auch nur annähernd so schnell voranschreitet wie die Computer-Technik, passiert das schneller als wir uns heute vorstellen können.
    Ansonsten vertrete ich die Meinung von MEP Michael Cramer. Das Comeback der strom geführten Straßenbahnen in den Städten!
    *cu* in Bamberg

  5. Roland Schwab sagt:

    Datenschutz in vernetzten elektronischen Systemen ist m.E. immer ein Wettkampf zwischen ‘Räuber und Gendarm’, bzw. ‘Hase und Igel’. Aus diesem Grund sollte nur ein Minimum an Daten über ‘das Netz’ verfügbar sein. Fakt ist aber auch, dass elektrische Mobilität auch ohne die Vorschläge des Herrn Friedmann (sind die überhaupt original von ihm?) funktioniert. Ein mir bekannter Elektrofahrzeugfahrer hat das jetzt für sich weiter entwickelt: Die für die Traktion nicht mehr geeigneten Akkus verwendet er jetzt als Speicher für seine PV-elektrische Inselstromanlage. Das EKFZ ist aber nicht das Allheilmittel. Genauso wenig wie das Car2Go-Projekt von Daimler in Ulm, aber beides sind wichtige, innovative und notwendige Lösungsansätze.

  6. Ralph Hoffmann sagt:

    Die wirklichen Änderungen wird es nur per Gesetz geben können. Freiwilligkeit hat bisher immer nur wenig Erfolg gezeigt, und das dann meist nur bei den Vernünftigen, die ein “Ein-”sehen haben und die aus Einblicken Konsequenzen ziehen können. Diese “Meiner ist größer”-Mentalität, die in Duetschland ja besonders ausgeprägt ist, stammt sicherlich aus den Jahren nach dem Krieg bzw. im Osten nach dem Mauerfall. Schnell wollte man Nachbarn und Freunden zeigen, dass man was geleistet hat und sich nu etwas leisten kann. Der Faktor “vorherige Leistung” ist weggefallen. Die Mentalität ist geblieben. Dabei ist in die Köpfe nicht einzubleuen, dass ein Luxusauto genauso schön bleibt, wenn es auf der Autobahn “nur” 130 km/h fährt. Aus dem “haben uns (was) sein” muss wieder ein “Haben oder Sein” werden. Das wäre der erste Schritt. Dazu gehört für mich, dass Umweltschonende Autos ein Image wie cool, hipp, in, chic, geil bekommen müssen. Ich erlebe das mit meinem derzeitigen Wagen, den meine Kunden als cool, mutig und schön finden. Und wenn sie dann mitfahren, merken sie, dass der in puncto Luxus keinerlei Abstriche macht.
    Der nächste Schritt ist es überhaupt mal Neuentwicklungen zuzulassen und sie nicht zu verfemen. Aktuell laufen Diskussionen, dass angeblich Erneuerbare Energien die Preistreiber am Markt seien. Und mit diesem dämlichen Argument hofft man diese zu desavouieren und nicht weiterzuentwickeln. Genauso muss das mit Umweltverträglichen Auto-Verkehr sein. Die Entwicklung dessen darf nicht negativ bewertet werden, sondern muss Anerkennung finden. Als Renate Künast vor 3 Jahren Toyota lobte, war dies genau der richtige Schritt gewesen.
    Natürlich sind die anderen, nicht-Kfz-gebundenen Verkehrsmittel wie Rad und ÖPNV höher zu schätzen. Aber es gibt eben auch die individuelle Notwendigkeit für das Kfz.
    Übrigens finde ich die Entwicklungen in Israel wesentlich spannender, als andere hier aufgeführte: Man will in Israel weg vom Öl kommen, dass man überwiegend aus arabischen Staaten bezieht. Israel steht bekanntermaßen mit vielen arabischen Staaten nicht sonderlich gut. um sic daher unabhängig zu machen, hat man nun 2 parallele System großflächig in Erprobung, die eine Elektromobilität ermöglichen. Dort wird man – sicherlich auch angeregt von dem gewissen Druck – schnell Fortschritte machen. Bei uns gibt es diesen Druck leider nicht.

  7. Marcus sagt:

    @Dieter:
    Wenn ich das holländische Modell richtig verstanden habe, geht es ja letztlich darum, die gefahrenen Kilometer monatlich abzurechnen. Um hier dem Datenschutz Rechnung zu tragen würde es reichen, wenn außer dem Identifikationsmerkmal des Fahrzeugs nur noch die Streckenlänge – alles verschlüsselt natürlich – an die Steuerbehörde übermittelt würde. Fertig. Die individuelle und damit datenschutzrechtlich problematische Route ist bei einer “Bemautung” (so heißt das tatsächlich) sämtlicher Straßen schnurzpiepegal.

    Was mir bei der holländischen Lösung nicht gefällt, ist der Umstand, dass Emissionen nicht direkt mit Kosten belastet werden. Wer eine alte Gurke mit hohem Verbrauch fährt, zahlt u.U. genauso viel oder unwesentlich mehr als einer mit einem sparsamen Neuwagen. Wo ist da bitte die Lenkungswirkung in Sachen technologischer Fortschritt?

  8. Marcus sagt:

    @Ralph Hoffmann:
    Das Thema “Toyota” hängt mir ehrlich gesagt ganz schön zum Hals raus. Mit welch’ unglaublichem Aufwand dort mit dem hochgelobten Prius ein bisschen Sprit gespart wird, zeigt sich u.a. beim Vergleich mit der Konkurrenz aus Deutschland: http://www.timesonline.co.uk/tol/driving/used_car_reviews/article3552994.ece
    Das Thema Ökobilanz der Akku-Pakete spare ich mir an dieser Stelle, sonst wird’s richtig hässlich….

  9. Matthias Lewin sagt:

    @Ralph: Natürlich ist das israelische Projekt absolut top zu bewerten. Ich sehe das als Vorreiter, denn in Deutschland wird wegen des von Dir genannten “Meiner ist größer”-Wahns etwas derartiges sicher noch lange auf sich warten lassen, auchwenn letztlich kein Weg dran vorbei führt. Und bis dahin muss man eben aus dem Vorhandenen das Beste machen. Und da gefällt mir Oranje-Idee als weiterer Schritt ganz gut.

  10. Ralph Hoffmann sagt:

    @Marcus: Ich kann nicht entdecken, dass der verglichene BMW 520d SE besser ist, eher deutlich das Gegenteil. Es mag ja sein, dass dir das Thema Toyota (persönlich) zum Halse heraushängt, aber auch der VCD hat den von dir angesprochenen Prius als das umweltverträglichste Auto aufgeführt. Sich über die Öko-Bilanz der Akku-Pakete auszulassen ist dann hilfreich, wenn das mit Futter unterlegt wird. Öko-Bilanzen wären generell mal interessant, aber ich habe die bisher noch nicht entdeckt. Die Frage ist doch: Was ist die Alternative, wenn man auf ein Auto angewiesen ist? Ich bin es als Außendienstler und Berufsfahrer. Aber ich freue mich über Anregungen. Diese Diskussion sollten wir führen.

  11. Ralph Hoffmann sagt:

    @Matthias: Die holländische Idee ist bestechend, gar keine Frage. Wenn nur dieses Problem mit dem Datenschutz gelöst werden könnte. Derzeit ist der Datenschutz in Deutschland (und auch anderswo) ein einziger Skandal.

  12. Jan Sieckmann sagt:

    Mobilität ist weniger ein “Bedürfnis” als häufig ein Anzeichen: dass ich das, was ich will, nicht am Ort erhalte: Arbeit, Güter, Infrastruktur. Dementsprechend ist es _k_ein Ziel an sich.

  13. Jan Sieckmann sagt:

    Das holländische Modell? Datenschutzrechtlich brisant, und ein kostengerechtes Modell für _Benzin_ täte es auch. Das heißt deutlich höhere Spritpreise. Im Idealfall EU-weit vereinheitlicht, zur Not im Alleingang. Doch es wäre nichts anderes, als die existierende Bevorzugung gerade des Autos zurückzuschneiden.

  14. Jan Sieckmann sagt:

    Um es noch einmal grund-grün zu sagen und zu fragen: werden körperlich gesunde Menschen bei einer guten Infrastruktur in Städten überhaupt ein Auto brauchen?

    Überdies transportiert auch ein Hybridauto oder Elektrowagen zunächst mal ganz viel Metall von A nach B und nebenher noch der Menschen – und auch diese Wagen benötigen viel öffentlichen Raum beim Fahren wie Stehen, die Infrastruktur dafür kostet kräftig, …

    Notärzte und körperlich Gebrechliche werden immer ein Auto o.ä. brauchen, doch mit einer durchdachten guten Struktur wird ein Auto in Städten wohl eher selten nötig sein.

  15. Ralph Hoffmann sagt:

    @Jan: Absolute Zustimmung. Wobei man bei der “guten Infrastruktur” in den Städten durchaus manchmal ein Fragezeichen machen darf. Und auch der Einordnung eines Hybrids in die Reihe von anderen Autos stimme ich voll zu. Letztendlich muss es gelingen, die bisher zu kurz kommenden Verkehre schmackhaft zu machen. Und da findet auch so langsam ein Umdenkungsprozess bei uns Grünen statt: Nicht einfach nur da Auto verteufeln, sondern anderen Verkehrsteilnehmern Raum schaffen mit konkreten und (be-)greifbaren Vorschlägen, aber auch manchen Gigantismus, der Gelder verschlingt wie TransRapid (erfolgreich verhindert) oder U3-Weiterbau in Nürnberg (leider schwer verhinderbar) anprangern, damit andere, kostengünstigere und effektivere Varianten gefunden werden.

  16. Jan Sieckmann sagt:

    @Ralph: “gute Infrastruktur” war nicht als Ist, sondern als Ziel gemeint.
    Dass Infrastruktur, dass die richtigen Rahmenbedingungen wichtig sind, betont auch Hermann Knoflacher (wenn jemand da weiterforschen möchte). Für manches muss man auch größere Lösungen bauen, weil nur so Synergien überhaupt starten können.
    Einfach nur das Geld für Großprojekte herauszupusten (im Nahen Westen “Stuttgart 21″) grenzt jedoch an Diebstahl – das Geld wäre für Engstellenbeseitigung und Reparaturen besser angelegt. U-Bahnen dienen immer noch zu häufig nur der “freien” Fahrt der Autos oben.

  17. Jan Bentele sagt:

    re Holland: Die Datenschutzproblematik würde erheblich entschärft, wenn es für die Berechnung der Maut tatsächlich nur auf die Anzahl gefahrener Kilometer in Kombi mit der Tageszeit ankäme. Dann würde es schon eine einfache OBU tun, die lediglich bei Benutzung des Autos in bestimmten Takten, z.B. viertelstündlich den aktuellen Km-Stand übermittelt. GPS, sprich Ortung bräuchte sie nicht. Damit könnte man die Bepreisung vom Fahrzeugtyp, von der Tageszeit und von der Anzahl Km abhängig machen – nur nicht von der tatsächlich gefahrenen Strecke (Staustrecke oder nicht). Das fände ich angesichts der Datenschutzproblematik aber einen verkraftbaren Kompromiss.

    Die große offene Frage, auf die ich im Netz auch noch keine Antwort gefunden habe, ist doch: Wie werden ausländische Kfz behandelt? Wenn es für die nämlich irgendwie günstiger oder pauschal geht, dann wird es ganz schnell findige Unternehmer (Kfz-Leasinggesellschaften, Autovermieter und Co) geben, die ihre Flotte in einem anderen Land zulassen und sie dann in NL vermieten/verleasen…:-(

    Für nicht-deutsche LKW ohne OBU gab (oder gibt) es doch bei uns auch spezielle Regelungen und irgendwelche Ticketautomaten an Raststätten. Weiß jemand, wie es da geregelt ist/war?

  18. Thomas Allner-Kiehling sagt:

    Als Späteinsteiger in diesen Blog fällt mir auf, daß hier unter der Überschrift Mobilität wieder fast nur (ca. 80%) über das Auto gesprochen wird. Das erscheint mir wenig zweckdienlich, genau wie die Fixierung zahlreicher Grünen für oder gegen einzelne Verkehrsmittel ohne Angebot echter Lösungen. Mein Vorschlag ist es, ein ganzheitliches, grünes ‘Mobilitätskonzept 2015′ zu erstellen, in dem die ganze Gesellschaft für sich realistische Zukunftslösungen findet. Dazu sollten wir zunächst als Basis die verschiedenen Mobilitäts-(Schein-) Wahrheiten neu erarbeiten und bewerten. Hier wurden bereits die fehlenden ganzheitlichen Berechnungen zum Energie- und Resourchenverbrauch inkl. Lifecycle angesprochen. Wer heute bei der Umweltbewertung eines Verkehrsmittels nur über den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß spricht, öffnet z.B. den Fluggesellsschaften und den Premiumautoherstellern die Tür, zu behaupten, ein extrem Resourcen (z.B. seltene Edelmetalle, z.B. für aufwändige Energiespartechnologie) verbrauchendes Flugzeug oder Premiumauto sei besonders umweltfreundlich. Dann sollten wir grüne Leitplanken definieren, die den Übergang von der Autogesellschaft zu einer (grün-)mobilen Gesellschaft ermöglichen: Klare Signale, die Leuchtturmcharakter haben, integrierte Mobilität und eine Förderungs-Reihenfolge der Verkehrsmittel für unterschiedliche Lebenssituationen, scharf fördern und fordern, Jetztzeit-Auto- und Flugzeug-Mythen beenden.
    Als drittes sollten wir einen detaillierten Katalog mit echten, sofort machbaren Schritte erstellen; Ideen: Bahn beendet Atomstrombezug (25%), keine Dienstverkehrsmittelbegünstigung oberhalb/Förderung von Verkehrsmitteln nur unterhalb des Umwelt-Referenzverkehrsmittel-Resourcenverbrauches, Auslaufenlassen von PREMIUM wegen Resourcenverbrauch, Verkehrsmittel-Gewichtsreduzierung/Person, Begrenzung der Autobahn- und Autokonstruktion auf 200 km/h, Tempolimit 150 km, Reihenfolge für Ausbau integrierter Mobilität zwingend: Bestes Verkehrsmittel zuerst, zweites danach, aber immer im Rahmen eines Gesamtplanes, verursachungsgerechte Kostenumlage. Viertens sollten wir die politische Machbarkeit und Mehrheitsfähigkeit prüfen und in ein Culture Change Programm überführen: Mit wem läßt sich was gemeinsam erreichen? Welche Schritte lösen einen Welle von gewollten Folgen aus? Wo könnte ein Durchbruch gelingen, was sind die Tipping Points?
    Abschließend kommt die Gewinnung von Verbündeten/Mehrheiten und die politische Durchsetzung.

  19. Werner Weindorf sagt:

    Eine km-abhängigen PKW-Maut lehne ich ab. Ist eine Infrastruktur für die PKW-Maut einmal aufgebaut, kann jedezeit irgendein Innenminister mit dem Argument “Terrorismus” den Überwachungsstaat mit relativ einfachem Mitteln weiter ausbauen (meistens finden Innenminister auch eine Mehrheit im Parlament dafür wie die Vergangenheit gezeigt hat).

    Besser wäre eine Erhöhung der Mineralölsteuer. Der Vorteil der Mineralölsteuer ist einfach, dass sie absolut anonym erhoben wird (zumindest dann, wenn man an der Tankstelle bar bezahlt und nicht mit EC- oder Kreditkarte). Man hat also keine Probleme mit dem Datenschutz.

    Für sensible Bereiche wie z.B. Innenstädte sollte auf ordnungspolitische Massnahmen zurückgegriffen werden. Z.B. würde ein flächendeckendes Tempolimit von 30 km/h innerhalb des mittleren Rings in München die Attraktivität des privaten PKW in der Innenstadt erheblich senken. Mit öffentlichen Verkehrmitteln ist man dann einfach schneller. Weitere Massnahmen wären z.B. der Abbau von Parkplätzen und hohe Parkgebühren. Gleichzeitig muss der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden und Radwege attraktiver gestaltet werden (z.B. wie in Amsterdam).

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>