Wir bilden Bayerns Zukunft – Wie gestalten wir ein gutes und gerechtes Bildungssystem?
Bildung ist ein zentrales Zukunftsthema, Bildung ist Grundlage und Schlüssel:
für die persönliche Entwicklung und Entfaltung, für gesellschaftliche, demokratische, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe, für Mündigkeit, soziale Gerechtigkeit und Wohlstand. Wenn es um Veränderung geht, geht es immer auch um Erziehung und Bildung.
Gemessen an der Bedeutung von Bildung für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche ist ihr Stellenwert im öffentlichen Diskurs, in der finanziellen Prioritätensetzung, im Ringen um die besten Lösungen immer noch zu gering.
In Bayern weist das Bildungssystem (einige) Stärken und (zahlreiche) Schwächen auf. Insgesamt passt es nicht mehr zur gesellschaftlichen Entwicklung, wird den Veränderungen hinsichtlich Familiensituation, demographischer Veränderung, Migration, Flexibilitätsanforderungen, individuellen Ansprüchen, etc nicht gerecht.
Welche Voraussetzungen und Potentiale für gute und gerechte Bildung gibt es in Bayern? Wo gibt es positive Beispiele und Entwicklungen?
Wie entsteht Motivation, Eigenverantwortung, Veränderungsbereitschaft aller Beteiligten in Kitas, Schulen und Hochschulen? Was können wir Grüne dazu beitragen?
Welches positive Bild der Schule der Zukunft entwerfen wir Grüne um Skeptikerinnen und KritikerInnen zu überzeugen?
Mit welcher Strategie und mit welchen Bündnispartnern wollen wir den Umbau unseres Bildungssystems erreichen?





Meine Schule der Zukunft ist eine Schule, die anerkennt, dass Kinder von Natur aus unendlich neugierig sind und wissen wollen, und die dieses gigantische Potential aufnimmt, nutzt und fördert, statt es zu brechen, um aus neugierigen, kreativen und entfaltungsbereiten Kindern bedrückte Untertanen eines Systems von Reglementierung, Bewertung und Kontrolle zu machen.
Dazu gehört in vorderster Priorität, dass für diesen elementar zukunftsbestimmenden Bereich der Gesellschaft so viel Geld bereit gestellt wird, dass wir eine Ganztagsschule mit kleinen Klassen und hochqualifizierten und -motivierten LehrerInnen etablieren können, die pädagogisch in der Lage sind, das Fördern über das Fordern zu stellen, und in der die bisher außerschulische Jugendarbeit von Sportvereinen, Jugendgruppen, PfadfinderInnen, aber auch eher informellen Gruppen für Jugendliche gut integriert ist.
Es leuchtet unmittelbar ein, dass die Förderung der Jugend eine so zukunftsentscheidende Aufgabe der Gesellschaft darstellt, dass sie höchste Priorität haben muß. Und weil in der Pädagogik Menschen niemals durch Maschinen ersetzt werden können, bedeutet dies ganz entscheidend eine finanzielle und ansehensmäßige Aufwertung der pädagogischen Berufe.
Hier gibt es viel Input:
http://www.swr.de/wissen/mensch-alltag/gruene-erziehung/-/id=4282346/nid=4282346/did=5606978/1l2dtz2/index.html
Ich fände es wichtig, auch zu hinterfragen, wie wir Grüne uns die sog. “Bildung für eine nachhaltige Entwicklung”
(siehe: http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/02__Was_20ist_20BNE/01__Einf_C3_BChrung/Einf_C3_BChrung__neu.html)
in Bayern konkret vorstellen. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist eine anerkannte, wichtige Herausforderung unserer Zeit. Sie erfüllt wesentliche Aufgaben in der Sensibilisierung für Nachhaltigkeitsfragen und -probleme und in der Kompetenzentwicklung zu ihrer Bewältigung. Dabei stellt einerseits die Gewährleistung von Grundbildung eine entscheidende Vorraussetzung nachhaltiger Entwicklung dar. Auf der anderen Seite muss nachhaltige Entwicklung inhaltlich und methodisch in den verschiedenen Bildungsphasen verankert werden.
In den letzten zwanzig Jahren hat es sich „weltweit zu dem zentralen Begriff entwickelt, anhand dessen über die zukünftige Entwicklung der Menschheit diskutiert wird.“ Seitdem wurden vielfältige Programme und Projekte zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen, ob auf internationaler, nationaler oder lokaler Ebene. Erwähnenswert ist dabei insbesondere die Weltdekade der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2005–2014) der Vereinten Nationen, deren Ziel es ist, durch Bildungsmaßnahmen die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung global in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Daneben spielt auf nationaler Ebene vor allem das Modellprogramm „21“, bzw. „Transfer 21“ der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung eine bedeutsame Rolle für das deutsche Bildungssystem.
Dabei darf nicht immer nur auf das Schul- und Studiensystem geblickt werden. Ich bitte darum, auch Aspekte der nonformalen Bildung, der Erwachsenenbildung, der Ausbildung, der frühkindlichen Bildung oder auch der Geragogik zu beachten – ganz im Sinne des lebenslangen Lernens!
Danke und viel Spaß bei den Workshops!
Sabine
[...] sich einbringen können, egal ob delegiert oder nicht. Insbesondere die Aussichten im Hinblick auf Grüne Bildungspolitik haben mich natürlich interessiert – ich hoffe, die Diskussion begrenzen sich in den Workshops [...]
Als Hintergrund für die Debatte das lesenswerte Positionspapier der BesetzerInnen der LMU in München: http://www.unsereunibrennt.de/positionen sowie das Blog der Würzburger Protestierenden http://www.wuerzburg-brennt.de/blog/
Aus dem Positionspapier der BesetzerInnen zitiere ich die bekannten Forderungen:
“Wir fordern die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems. Die Aufteilung bereits nach der vierten Klasse in Gymnasium, Realschule und Hauptschule führt zu einer frühen Festlegung des Bildungsweges. Diese frühe Selektion übergeht das individuelle Potential der SchülerInnen und … unterteilt sie bereits sehr früh in BildungsgewinnerInnen und VerliererInnen.”
Forderungen wie diese gehen natürlich schon lange vollkommen in die richtige Richtung.
Aber warum gibt es in dieser Richtung kaum Erfolge? Warum droht jetzt z.B. in Hamburg auch nur die Verlängerung des gemeinsamen Lernens um 2 Jahre bis zur 6. Klasse zu scheitern? Warum findet das Volksbegehren gegen diese Änderung so einen großen Zuspruch, insbesondere wohl in der Mittelschicht?