Auch in der Grünen Jugend wird das Thema Wachstum intensiv diskutiert. Patrick Urbanke bezieht sich in seinem Kommentar auf diese Debatte. Er ist Mitglied der bayerischen Grünen und ehemals Koordinator des Fachforums Wirtschaft und Soziales der Grünen Jugend:
In unserem Verband wie unserer Mutterpartei ist in den vergangenen Monaten die Debatte um die Zukunft des Wirtschaftswachstums neu entbrannt. In diesem Zusammenhang wird von einigen Seiten die Ansicht vertreten, Wirtschaftswachstum sei an sich abzulehnen, da „unendliches Wachstum in endlichen Systemen“ unmöglich sei und Wirtschaftswachstum notwendigerweise mit mehr Ressourcenverbrauch einherginge. Es wird zudem die Ansicht geäußert, dass derzeit ein „Wachstumszwang“ bestehe, den zu überwinden zentrale Aufgabe sei. Notwendig sei eine neue Verzichtsdebatte sowie eine Politik der Austerität, möglicherweise sei auch über „Degrowth“ nachzudenken. Hierbei wird sich häufig auf die Studien des Clubs of Rome berufen.
Ich halte diese Sicht der Dinge für falsch. Im Folgenden möchte ich darstellen, warum Wachstum nicht notwendigerweise mit mehr Ressourcenverbrauch verbunden ist, warum meiner Ansicht nach die Forderung nach Nullwachstum unserer Sache schadet und wie eine nachhaltige wirtschaftspolitische Agenda aussehen kann.
Klar ist, dass die derzeitige Situation nicht nachhaltig ist und Veränderungen notwendig sind. Jedoch ist die Vorstellung, dass Wirtschaftswachstum an sich nicht nachhaltig sei, nicht nur empirisch falsch, sie steht explizit im Widerspruch zu den Thesen des Club of Rome:
„Sustainability does not mean zero growth. Rather, a sustainable society would be interested in qualitative development, not physical expansion.“ (1) (Hervorhebung im Original)
Notwendig ist eine Unterscheidung zwischen qualitativem und quantitativem Wachstum. Quantitatives Wachstum ist Wachstum, welches mit mehr Ressourcenverbrauch einhergeht. qualitatives Wachstum stellt hingegen eine Qualitätsverbesserung der hergestellten Produkte dar.
Um qualitatives Wachstum besser zu verstehen, ist es notwendig sich kurz damit zu befassen, wie das Bruttoinlandsprodukt überhaupt gemessen wird. Hierzu gliedert das Nationale Statistikamt (in Deutschland das Statistische Bundesamt) die Volkswirtschaft in 60 Branchen (klassifiziert nach einem EU-weit standardisierten Verfahren) und ca. 3000 Produkten. Für jede der 60 Branchen wird der Umsatz ermittelt und der Wert der von anderen Firmen bezogenen Vorprodukte abgezogen. Dies ist die Wertschöpfung.
Anschließend wird für jede einzelne Branche ein Preisindex erhoben, mit dem versucht wird zu ermitteln, inwieweit höhere Produktpreise auf Inflation und inwieweit diese auf bessere Qualität zurückzuführen sind. Klassische Herangehensweisen sind dabei der Preisvergleich von Produkten verschiedener Qualitätsmerkmale oder den Wert einzelner Qualitätsmerkmale mittels mathematisch-statistischer Methoden.
Wie exakt diese Methoden sind, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass es theoretisch vollkommen problemlos denkbar ist, Wirtschaftswachstum ohne höheren Ressourcenverbrauch zu haben.
Doch ist ein derartiges qualitatives Wirtschaftswachstum nur theoretisch denkbar oder ist dieses auch in der Realität zu finden?
Eine Studie (2) des Wuppertal Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes gibt hier Aufschluss. Die Studie leistet insofern Pionierarbeit, als dass sie als erste Studie überhaupt versucht, den wahren Ressourcenverbrauch von Importen zu ermitteln, d.h. auch den Energieverbrauch und die Vorprodukte, die zu deren Herstellung nötig waren, mit einzubeziehen. Hierbei muss natürlich auf Schätzverfahren zurückgegriffen werden, die notwendigerweise mit Ungenauigkeiten behaftet sind. Jedoch stehen weder das Umweltbundesamt noch das Wuppertal Institut im Verdacht, die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt verharmlosen zu wollen.
In der Studie werden zwei zentrale Indikatoren ermittelt, der sogenannte Total Material Consumption (TMC) und das Total Material Requirement (TMR).
Total Material Consumption (TMC) in der Bundesrepublik Deutschland, gesamt (Flächendiagramm, linke Skala) und pro Kopf (Linie, rechte Skala), 1991-2004. Quelle: Umweltbundesamt (2008), S. 42
Der Total Material Consumption (TMC) gibt misst den gesamten direkten und indirekten Materialkonsum in der Bundesrepublik. Der Total Material Requirement (TMR) beinhaltet ebenfalls den für den Export benötigten Materialverbrauch.
Demnach ist der gesamte Materialkonsum in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1991-2004 um ca. 12% zurückgegangen während der gesamte Materialverbrauch einen leichten Rückgang verzeichnete. Im gleichen Zeitraum ist das Bruttoinlandsprodukt um über 40% angestiegen.
Es zeigt sich also, dass die Vorstellung von qualitativem Wirtschaftswachstum keinesfalls nur theoretisch möglich ist, sondern seit über einem Jahrzehnt der Realität in diesem Land entspricht. Wirtschaftswachstum ist nicht per se ökologisch schädlich. Wichtig ist, was konsumiert und wie hergestellt wird.

Total Material Requirement (TMR) in der Bundesrepublik Deutschland, gesamt (Flächendiagramm, linke Skala) und pro Kopf (Linie, rechte Skala), 1991-2004. Quelle: Umweltbundesamt (2008), S. 38
Insbesondere gilt zu beachten, dass materieller Wohlstand für die meisten Menschen in Deutschland ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist. Neben Dingen wie Frieden und Sicherheit ist dies wohl das Wichtigste, was die Politik ihnen bieten kann. In der Politik, insbesondere in einer Demokratie, muss immer beachtet werden, dass es nicht möglich ist, Menschen nach Belieben seinen Willen aufzuzwingen. Dies ist etwas, was insbesondere viele Konservative nicht verstanden haben.
Deswegen halte ich die Vorstellung, Nachhaltigkeit sei nur durch Verzicht und Stagnation oder gar Schrumpfung zu erreichen nicht nur für falsch, sondern auch für sehr gefährlich. In unserem Verband mag es Menschen geben, denen ihr materieller Wohlstand nicht besonders wichtig ist. Wenn jedoch die Umweltbewegung versucht, die gesamte Bevölkerung von dieser Lebenseinstellung (an der an sich nichts auszusetzen ist) zu überzeugen oder gar diese ihr aufzuzwingen, dann wird dies, meiner Ansicht nach, der Sache der Umweltbewegung eher schaden.
Dies soll natürlich nicht heißen, dass wir jegliche Debatte um bewussten und nachhaltigen Konsum beenden sollten. Aber wir müssen ein Verständnis dafür bekommen, zu welchem Grad es realistisch ist, die Menschen zu Zurückhaltung zu bringen und inwieweit es realistischer ist, zu versuchen, die bestehenden Bedürfnisse auf nachhaltige Art und Weise zu befriedigen.
Unsere Agenda muss daher sein, den Rückgang des Materialkonsums zu beschleunigen, ohne dabei Menschen und ihre Bedürfnisse zu vernachlässigen. Wir müssen qualitativ wachsen und quantitativ schrumpfen.
Der Rückgang im Materialverbrauch ist insbesondere auf die Tatsache zurückzuführen, dass heute weniger Energie verbraucht wird als früher und dass heute weniger gebaut wird als in vergangenen Jahrzehnten. Auch ist beim Energieverbrauch der wachsende Anteil regenerativer Energien zu nennen, der natürlich mit einem deutlich geringeren Verbrauch fossiler Energieträger einhergeht. Dass der Verbrauch fossiler Energieträger dennoch seit 2000 wieder leicht zulegte, ist in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass die nicht verwertete Materialentnahme des Kohleabbaus (d.h. der Abfall, der bei der Förderung anfällt) kräftig zulegte – ein weiteres Argument für ein schnelles Ende der Kohlesubventionen.
Sinnvoll ist es daher, auch weiterhin auf einen Ausbau regenerativer Energien zu bauen, sowie Energieeinsparung und Energieeffizienz voranzutreiben. Gelingt es uns, unseren Energieverbrauch weitestgehend regenerativ zu decken, haben wir unseren Ressourcenverbrauch ganz wesentlich gesenkt. Zahlreiche Studien (3) des Umweltbundesamtes zeigen, dass dieses Ziel in den kommenden Jahrzehnten zu relativ geringen Kosten (gleichbedeutend mit ohne große Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum) erreichbar ist.
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht kann es zudem von Vorteil sein, sich auf die Ideen von Michael Porter zu beziehen. Dieser hat im Jahre 1990 eine vielbeachtete empirische Studie(4) veröffentlicht, die sich mit den Ursachen von Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Nationen befasst. Insbesondere seine Vorschläge zur Clusterförderung sind heute in die wirtschaftspolitische Praxis umgesetzt worden.
Weitaus weniger beachtet ist jedoch eine viel zentralere Erkenntnis: Er argumentiert, dass insbesondere kritische und gut informierte Konsumenten die Firmen ihres eigenen Landes dazu antreiben, sich immer weiter zu verbessern und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrien steigern. Deswegen sei es Aufgabe der Regierungen, die Firmen ihres Landes immer wieder anzutreiben.
Diese Erkenntnis lässt sich auf die Herausforderung der Ressourcenknappheit übertragen. Grüne Wirtschaftspolitik muss Unternehmen immer wieder dazu animieren, ressourceneffizienter herzustellen. Gleichzeitig muss die Transparenz für Konsumenten gesteigert werden, damit diese den Ressourcenverbrauch der von ihnen erworbenen Produkte kritisch vergleichen können. Eine Rolle als Vorreiter in Sachen Ressourceneffizienz kann sich auf lange Sicht auszahlen – und dann würde die Umweltfreundlichkeit den materiellen Wohlstand sogar befördern.
Klar ist, dass wir vor einer gewaltigen Herausforderung stehen. Der Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft ist die wichtigste Aufgabe unserer Generation. Es gibt zwei denkbare Ansätze, damit umzugehen. Der eine Ansatz besteht darin, materiellen Wohlstand als Ziel abzulehnen. Der andere Ansatz besteht darin, materiellen Wohlstand von Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Ich habe in diesem Papier dargestellt, warum ich den zweiten Ansatz für realistischer und zielführender halte. Diese Herausforderung kann nicht gemeistert werden, wenn die Maßnahmen gegen den Willen eines Großteils unserer Bevölkerung umgesetzt werden. Es ist nicht realistisch, einer Mehrheit der Menschen ihre Bedürfnisse abzugewöhnen oder ihnen unseren Willen aufzuzwingen. Eine Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist jedoch machbar und dies sollte die Agenda sein.
Und in diesem Sinne schließe ich mit einem weiteren Zitat des Clubs of Rome:
„It will be essential to restructure national economies onto a new path of growth to address the root causes of climate change, and of the other crises which threaten the future.“ (5)
Diesen neuen Pfad des Wachstums zu gestalten – das ist unsere Aufgabe.
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1 Meadows, Randers and Meadows (2004). „A Synopsis. The Limits To Growth. The 30-Year Update.“, S. 22 http://www.sustainer.org/pubs/limitstogrowth.pdf
2 Umweltbundesamt (2008). „Ressourcenverbrauch von Deutschland – aktuelle Kennzahlen und Begriffsbestimmungen.“ http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3426.pdf
3 Siehe z.B. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3768.pdf, http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3868.pdf, http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3764.pdf
4 Porter (1990). „The Competitive Advantage of Nations.“ New York: Simon & Schuster Inc.
5 Club of Rome News. http://www.clubofrome.org/eng/cor_news_bank/20/

Kurz gesagt würde ich die obige Alternative, entweder ” materiellen Wohlstand ablehnen” vs. “materiellen Wohlstand vom Ressourcenverbrauch entkoppeln” ablehnen.
Natürlich ist ein kritischer, informierter, nachhaltiger, (“grüner”) Konsument besser als ein unkritischer, uninformierter etc. Konsument und ich stimme den obigen Ausführungen zu, die in diese Richtung gehen.
Aber m.E. wird die Menschheit die drohende Umweltkatastrophe auch nicht ohne eine andere Lebenseinstellung besonders in den entwickelten Ländern abwenden können. Nämlich mit einer Einstellung, die das Menschsein nicht als “Konsument” und über den materiellen Wohlstand definiert.
Erich Fromm hat das in seinem bekannten Buch zugespitzt: “Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft.” (Auszug aus Besprechung ganz unten.)
Auf dieser Ebene der geistigen Lebenseinstellung können und müssen wir m.E. ebenfalls Beiträge liefern. Natürlich ohne dabei Zwangsmaßnahmen gegen die Mehrheit der Menschen zu fordern.
Aber z.B. halte ich es für richtig, wenn die gesundheits-schädlichen und suchtartigen Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen (z.B. zu viel Fleisch, zu viel Zucker) durch Aufklärung und durch das Anbieten von Alternativen in Frage gestellt werden. Der Bund Naturschutz hat (oder hatte) da ein Programm für Schulen, in dem er zeigte, wie das ohne erhobenen Zeigefinger geht. Es gibt auch Kirchengemeinden, die in dieser Richtung aktiv sind, Cem Özdemir überreicht heute einen Preis auf dem Ökumenischen Kirchentag: http://www.gruene-ebe.de/aktuelles_vaterstetten.html
Und natürlich gibt es unendlich mehr in dieser Richtung. IMHO müssen wir also beides machen, Wirtschaft und Ressourcenverbrauch entkoppeln und gleichzeitig geistig wachsen.
Wer das Buch von Erich Fromm nicht kennt, hier aus einer Besprechung auf amazon.de:
In einer Besprechung des Buches heißt es, dass Fromm eine Religion des radikalen Humanismus propagiert gegenüber einer Religion des Konsums “Alles ist abgestellt auf vorübergehende Befriedigung, auf Verschleiß. Der Konsument, jener „ewige Säugling, der nach der Flasche schreit“, kennzeichnet diese Welt des Habens, kurzfristig nur identifiziert er sich mit modernen Gebrauchsgegenständen, deren wesentliche Eigenschaft es ist, überholt und beseitigt zu werden. Alles ist austauschbar, Dinge, Meinungen, Einstellungen, Freunde, Liebespartner, und der Mensch selbst beginnt sein konstantes Selbst einzubüßen, wird zur „Ware auf dem Persönlichkeitsmarkt“, die sich vorteilhaft präsentieren muss, die sich selbst verkauft: Ich bin, was ich habe, und was ich habe, hat mich.
Die Diskussion wird, denke ich, viel zu konfrontativ geführt.
Unstrittig ist eines klar:
Wir müssen den weltweiten Ressourcenverbrauch schnell senken und unser wirtschaften nachhaltig gestallten.
Dabei ist auch klar, dass wir durch qualitatives Wachstum unseren Ressourcenverbrauch senken können. Ich bin Patrick auch dankbar, dass er das hier so fundiert in Zahlen gefasst hat.
Niemand kann bestreiten, dass sich durch Verzicht und gezielten Konsum ebenso Ressourcen einspaaren lassen können.
Diese beiden Ansätze verfolgen doch das gleiche Ziel und schließen sich gegenseitig in keiner Weise aus.
Das die Politik Wachstum als Ziel definiert ist ebenso in Ordnung, wie wenn politische Kräfte versuchen dafür zu werben, dass wirtschaftliches Wachstum für des individuelle Glück nicht entscheidend sein muss.
Wichtig sind aber zwei Sachen:
1) Wer für Wachstum wirbt muss dieses Wachstum der Senkung der Umweltzerstörung unterordnen, sonst wird dieses Wachstum anhalten können.
2) Wer Versucht die Einstellung von Menschen zu beeinflussen, sollte Berücksichtigen, dass Glück und Zufriedenheit sich nicht quantitativ messen lassen. Weder ein Bruttosozialprodukt, noch die unglücklichen Versuche Glücksindizes zu erstellen können das leisten.
Politische Ziele lassen aus Glück nicht ableiten. Dafür gibt es in einer Demokratie Wahlen in der die Menschen selbst entscheiden was sie glauben, dass das beste für sie ist.
An dieser Stelle will ich das sogar als persönliche Aufforderung formulieren:
An all die Statistiker, Psychologen, Heilsprediger, Esoteriker, religiösen und weltlichen Missionare: Ihr könnt mein Glück nicht messen. Lasst es sein!
Natürlich kann es noch eine Weile “qualitatives” Wachstum geben. Zum Beispiel würde die flächendeckende Umstellung auf ökologischen Landbau zu einem Anstieg des Bruttosozialprodukts führen, weil die Produkte auch moneter einen größeren Wert darstellen. Das gleiche gilt z.B. für den Ausbau erneuerbarer Energien, dem Ausbau des ÖPNV, der energetischen Gebäudesanierung, etc.. Darüber hinaus gibt es Regionen auf der Erde, die durchhaus noch Nachholbedarf haben (quantitativ und qualitativ).
Irgendwann gibt es aber eine Sättigung. Irgendwann haben wir z.B. 100% erneuerbare Energien. Zu erwarten wäre daher eine logistische Kurve. Zunächst gibt es einen exponentionellen Anstieg, dann einen linearen Anstieg und schließllich eine Näherung an einen konstanten Wert (in Richtung Nullwachstum). Das Problem ist anscheinend, dass bis heute die meisten Wirtschafts-”Wissenschaftler” nur den ersten Teil der logistischen Kurve sehen und glauben, dass das bis ins Unendliche so weiter geht.
Zu beachten ist auch, dass einiges, was heute produziert wird, zu einer Verschlechterung der Lebensqualität beiträgt wie z.B. die Produktion von Waffen (Deutschland gehört zu den führenden Waffenexporteuren in der Welt). Und auf irgendwelche dubiosen Finanzprodukte wie Hedge-Fonds, etc. würden die meisten wohl auch gerne verzichten.
Daher denke ich, dass es irgendwann in der Zukunft Nullwachstum geben wird.
Hallo zusammen, zwei kurze Denkanstöße:
BIO und Regional ist zu teuer, ein Argument, welches wir immer entkräften sollten/müssen:
Wenn man den Ansatz von Herrn Dr. Selinger zu Grunde legt “kostet” eine Tonne CO2 40 USDollar pro Jahr; d.h. ein durchschnittlicher Verbraucher wird circa 40000 USDollar “zahlen” müssen um den internationalen CO2 Ausstoß auszugleichen. Wenn wir, d.h. der Verbraucher beim Einkauf auf regionale Artikel (nicht nur Lebensmittel!) zurück greift ist zwar der Artikel momentan direkt vielleicht teurer aber insgesamt senkt sich der Betrag. Bitte verzeiht mir die Ungenauigkeit mit den Zahlen, ich bitte um HInweis, wenn ihr bessere Zahlen habt. Vielen Dank.
Lebensmittel aus der Region und aus biologischer Landwirtschaft gegessen zu dem Zeitpunkt, wenn es dann auch wirklich geerntet wird:
Hier ist eine Kampagne zu gestalten, die vor allem der Jugend nahe bringt, wann was wächst. Ab jetzt gibt es dann Erdbeeren! Oder Radieschen, etc.. Die meisten Menschen haben keinen Bezug zur Landwirtschaft, es kann ja immer alles gekauft werden.
Stoiber sagt gerade in Kontrovers (BR): Wir leben über unsere Verhältnisse…..
Grüne Grüße aus München
Klaus
Hallo Patrick,
laß Dich mal bzw. die grüne Jugend auf eine VISION von der
Fiktion zur Realität ein.
Schaut Euch mal folgende Web-Seiten an:
http://www.equilibrismus.org und http://www.tahiti-projekt.org
Dieter Janecek hat sich inzwischen mit dem Herrn Bihl länger unterhalten und Ihn daraufhin zum Wachstums-Kongress als Referenten eingeladen.
Außerdem wird am Sonntag, 30.Mai um 22 Uhr ein Interview auf
BR 2 zu dieser VISION gesendet.
Grüße aus Abensberg mit dem Hundertwasser-Turm
Richard
In einer Besprechung des Buches heißt es, dass Fromm eine Religion des radikalen Humanismus propagiert gegenüber einer Religion des Konsums “Alles ist abgestellt auf vorübergehende Befriedigung, auf Verschleiß. Der Konsument, jener „ewige Säugling, der nach der Flasche schreit“, kennzeichnet diese Welt des Habens, kurzfristig nur identifiziert er sich mit modernen Gebrauchsgegenständen, deren wesentliche Eigenschaft es ist, überholt und beseitigt zu werden. Alles ist austauschbar, Dinge, Meinungen, Einstellungen, Freunde, Liebespartner, und der Mensch selbst beginnt sein konstantes Selbst einzubüßen, wird zur „Ware auf dem Persönlichkeitsmarkt“, die sich vorteilhaft präsentieren muss, die sich selbst verkauft: Ich bin, was ich habe, und was ich habe, hat mich.
+1
[WORDPRESS HASHCASH] The poster sent us ’0 which is not a hashcash value.
Interessant für uns, wenn schon das Massenblatt Stern als aktuelle Titelgeschichte “Esst weniger Fleisch” bringt und weiter schreibt: “Der Preis ist billig aber das Fleisch ist schwach. Wir essen jeden Tag Huhn, Rind und Schwein. Weil sie kaum etwas kosten. Scheinbar. In Wahrheit ist der Preis gewaltig. Menschen, Tiere und Umwelt zahlen teuer für diese Unersättlichkeit. Es ist Zeit umzukehren.”
Das von mir oben erwähnte und verlinkte Beispiel für eine gelungene Aktion zur Thematisierung (nicht nur) von Ernährungsgewohnheiten und CO2-Ausstoß unter Einbeziehung von Jugendlichen in einer Kirchengemeinde findet sich jetzt hier: http://www.gruene-ebe.de/vat-entwicklung.html
(Diese Aktion bekam einen ersten Preis des Wettbewerbs “Klimakultur”, dieses Jahr unter der Schirmherrschaft von Cem Özdemir.)
Gerade stolpere ich in dem lesenswerten Buch “Spontane Evolution” von Bruce H. Lipton über die folgende “Überlebensformel” (S.326):
Überleben = (Gesamtenergie – Wachstums- und Schutzmechanismen) X (Ressourcen) X (Effizienz) X (Bewusstheit/Wahrnehmung)
(Mit “Schutzmechanismen” ist hauptsächlich Rüstung gemeint, “Wachstum” und “Effizienz” sind hier nicht rein wirtschaftlich gemeint.)
Liptons zieht u.a. dieses Fazit aus der Formel (meine Übersetzung): “Um zu überleben, müssen wir unsere Aufwendungen für Rüstung senken, uns erneuerbaren Ressourcen zuwenden und insgesamt viel effizienter und bewusster leben.”
Dieser ganzheitliche Ansatz scheint mir bei der gegenwärtigen “Wachstumsdebatte” sehr zielführend zu sein und ich bin sehr froh über die Beiträge in Richtung Nutzung von erneuerbaren Energiequellen genauso wie über die in Richtung Änderung der Lebenseinstellung.
Dass wir niemandem eine Lebenseinstellung (z.B. Vegetarismus) aufzwingen können und wollen ist glaube ich klar und ist mir bisher in der Diskussion auch noch nicht aufgefallen.
Herzliche Gruesse,
Gustav
P.S.
Lipton ist international bekannter Zellbiologe mit bahnbrechenden Forschungen über die Zellmembran, der es versteht die neuen Erkenntnisse über die intelligente Zusammarbeit unserer Zellen umzumünzen in ganz konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Zusammenarbeit in der menschlichen Gesellschaft.