Eine Welt im Einklang mit der Natur – das ist das ehrgeizige Ziel an dem der Münchner Verein „Equilibrismus e.V.“ arbeitet. Equilibrismus, zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern „aequus“ (gleich) und „libra“ (Waage), steht für ein Konzept, das sich ganzheitlich den sozialen und ökologischen Problemen der Welt widmet. Doch Visionen sind dem Verein nicht genug. Auf der polynesischen Insel Moorea soll dieses System Wirklichkeit werden.
Der Equilibrismus will an fehlerhaften Systemen nicht herumbasteln, sondern sie durch Rückbesinnung auf die jeweiligen Grundfragen völlig erneuern. Gleichzeitig werden neue Rahmenbedingungen festgelegt. Für diese gilt als Maßstab, dass sie sich im Einklang mit der Natur befinden. Dazu gehört beispielsweise, dass alles, was der Natur entnommen wird, ihr auch wieder zurückgeführt werden muss, um im Kreislauf zu verbleiben.
Auf der polynesischen Insel Moorea soll dieses System des Gleichgewichts nun beispielhaft gezeigt werden. Die Insel ist ein kleiner, überschaubarer Lebens und Wirtschaftsraum mit geringeren Abhängigkeiten von der übrigen Welt. Deshalb lässt sich auch leichter aus dem heutigen System mit seinem Wachstumszwang ausbrechen. Außerdem ist dort naturbedingt eher das Gefühl vorhanden, gemeinsam in einem Boot zu sitzen.
Selbstverständlich braucht jede Region zu Beginn auch in einigen Bereichen Input von außen; das Ziel sollte aber immer die größtmögliche Selbstversorgung sein, auf jeden Fall was die Grundbedürfnisse angeht. Dies ist aber nicht mit einer „Abkapselung“, Schließung von Grenzen oder geistiger bzw. kultureller Abschottung zu verwechseln.
Der Vorsitzende des Vereins, Eric Bihl, wird auch auf dem Grünen Zukunftskongress Wachstum in Fürth sprechen.
Mehr zum Projekt:
- Grundideen des Equilibrismus
- Interview in taz mit Eric Bihl
- Podcast des BR: Equilibrismus – Die Praxis der Utopisten