Workshop: Equilibrismus – ein sozioökologisches Wirtschaftskonzept

Nach und nach dokumentieren unsere Moderatorinnen und Moderatoren der Workshops des Zukunftskongresses “Wachstum” die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen.

Referent: Eric Bihl

Moderatorin: Birgit Zipfel

Für die WorkshopteilnehmerInnen war es anfangs schwierig sich auf die Utopie des Equilibrismus, der nichts Geringeres als den völligen Bruch mit dem herkömmlichen Wirtschaftsystem fordert, einzulassen. Es standen die Fragen im Raum: Überfordern wir uns nicht mit einem solchen Ansatz? Hat eine solche Utopie überhaupt eine Chance in der Wirklichkeit zu bestehen? Geht der Equilibrismus nicht von einem falschen allzu altruistischen Menschenbild aus? Oder endet der Versuch am Ende vielleicht doch in einer Ökodiktatur?

Andererseits, warum eigentlich soll es dem Menschen nicht möglich sein, ein neues Wirtschafts-, ein neues Gesellschaftssystem zu denken und umzusetzen. Das es endloses Wachstum innerhalb eines endlichen Systems nicht geben kann, wird immer deutlicher. Warum also sollten wir nicht die Abkehr vom Paradigma Wachstum schaffen und was ganz Neues ausprobieren, das theoretisch bereits gedacht ist?

Die WorkshopteilnehmerInnen entschieden sich letztlich für eine zweigleisige Vorgehensweise: Es soll Schritt für Schritt weiter gearbeitet werden an einer nachhaltigen Wirtschaftsweise innerhalb unserer sozialen Marktwirtschaft.

Jeder und jede einzelne ist zudem gefordert sich auf Paradigmenwechsel im eigenen Lebensumfeld einzulassen  z.B. bei der Wahl der Kleidung, beim Essen, bei Mobilität, bei der Geldanlage, bei Arbeit und Wohnen. Grüne Politik sollte dazu beitragen solche Paradigmenwechsel der Einzelnen leichter möglich zu machen. Verhalten, das dem Gedanken der natürlichen Kreislaufwirtschaft folgt, sollte auf allen Ebenen leichter umsetzbar gemacht werden, wenn nicht gar belohnt.

Zunehmend erhalten „Querdenker“ auch gesellschaftliche Anerkennung – ein Bsp. hierfür ist der alternative Nobelpreis. Auch dies sollte grüne Politik weiter befördern – Ökopioniere als Leitfiguren für nachhaltige Lebensweisen ein Sprachrohr bieten und damit bekannter machen. Langfristig ändert sich dann, so die Hoffnung der TeilnehmerInnen, unsere gesellschaftlichen Leitbilder, unser Bewusstsein und damit auch unser tägliches Handeln.

Neben diesen reformerischen Ansätzen sollten Grüne aber auch das Modellprojekt „Equilibrismus“ auf der Insel Rapa unterstützen, mit gestalten, verbreiten oder die Entwicklung zumindest interessiert verfolgen, mit den Aktiven im Gespräch bleiben.

Eine mögliche, ganz praktische Unterstützung kann sehr schnell ausgelotet werden. Eric Bihl ist auf der Suche nach PatInnen für das Projekt, um mehr Medienaufmerksamkeit zu erhalten. Die TeilnehmerInnen fanden die Idee gut, zu versuchen, grüne BürgermeisterInnen in Bayern als PatInnen für Rapa zu gewinnen. Ein grüner Bürgermeister, allerdings aus BaWü, hat sich bereits dazu entschlossen: Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg.

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