Nach und nach dokumentieren unsere Moderatorinnen und Moderatoren der Workshops des Zukunftskongresses “Wachstum” die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen.
Referentin: Dorothea Rodenhäuser
Moderatorin: Andrea Siemsen
In diesem Workshop stellte Dorothee Rodenhäuser kompetent und anschaulich eine Alternative zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) vor: Den nationale Wohlfahrtsindex (NWI). Von den verschiedenen Indikatoren, die in diesen Index einfließen, überzeugte vor allem die Bewertung des ehrenamtlichen Engagements und der Einbezug des Nachhaltigkeitsgedankens. Es scheint möglich, mit diesem Index die Diskussion um das Wachstum von Volkswirtschaften auf eine neue Ebene zu heben und einen Bewusstseinswandel weg vom reinen Wachstumsgedanken zu fördern.
Dem NWI wird es zugetraut schädliche Entwicklungen einer Volkswirtschaft aufzuzeigen und der Politik Handlungsbedarf zu signalisieren. Auch wenn das Problem der reinen monetären Bewertung der Entwicklung von Volkswirtschaften gesehen wird, überzeugte der NWI die TeilnehmerInnen des Workshops. So wünschten sie sich, dass die Grünen in der wirtschaftspolitischen Diskussion immer wieder Bezug auf den NWI nehmen. Die öffentliche Wahrnehmung des NWI muss verstärkt werden, auch damit die Forschung ausgebaut wird. Denn die teilweise veraltete oder unsichere Datenlage (unter anderem Ausdruck der begrenzten Forschungsmittel) schwächt die Aussagekraft des NWI.
Wenn ich mir die 21 im NWI enthaltenen Variablen auf http://www.agenda21-treffpunkt.de/lexikon/NWI.htm ansehe, dann fällt mir auf, dass die Befindlichkeit der Menschen nur in einer einzigen Position erfasst wird und das ist “10. Kosten alkoholassoziierter Krankheiten”.
Das Problem ist also vielleicht nicht nur die “rein monetäre Bewertung”, sondern auch das Fehlen der Frage “Was ist eigentlich Wohlstand?”
Denn die Absurdität, in der wir leben, liegt doch darin, dass wir wie blöd im Hamsterrad rennen und uns auch noch gegenseitig antreiben und hetzen, dadurch die Welt ruinieren und dabei gar nicht mehr genuine menschliche Bedürfnisse nach Nahrung, Kleidung, Unterkunft und sozialem Austausch im Auge haben, sondern vorwiegend künstliche erzeugte Luxusbedürfnisse, die wir uns einreden, damit die Wirtschaft läuft.
Echter “Wohlstand” könnte entstehen, wenn wir es bedeutend ruhiger angehen lassen würden.