Der Zukunftskongress versucht mit fünf Fachgesprächen unterschiedlicher thematischer Ausrichtung der Komplexität des Themas “Demografischer Wandel” gerecht zu werden. Interessante ReferentInnen geben fachliche Inputs und führen die TeilnehmerInnen tiefer ins Thema ein. Moderiert werden die Gespräche von grünen MandatsträgerInnen aus dem Land- und Bundestag.
Themenschwerpunkte sind die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Stadt- und Regionalplanung, Wirtschaft, Arbeit & Leben, Infrastrukturplanung sowie Gesundheit & Pflege.
I. Für die Zukunft planen – Stadt- und Regionalplanung für sich verändernde Bevölkerungsstrukturen
Der demografische Wandel stellt uns vor neue Herausforderungen in der Stadt- und Regionalplanung. Die Bevölkerungszahl in Ballungsräumen wird weiter zunehmen, ländliche Gebiete hingegen weiter schrumpfen. Das bedeutet einerseits einen notwendigen Ausbau von Wohn- und Infrastrukturen der Ballungsräume und andererseits einen strukturellen Ab- bzw. Umbau in Regionen mit sinkenden Einwohnerzahlen. Kleinere Städte und Gemeinden bemühen sich daher z.B. um Reurbanisierungs-Maßnahmen zur Stärkung der Ortskerne.
In diesem Fachgespräch sind mit Prof. Dr. Ursula Flecken und Benedikt Bisping zwei Refernten vertreten, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven erleben – einerseits aus der theoretischen Sicht einer Wissenschaftlerin und andererseits aus der praktischen Sicht eines Bürgermeisters. Sie werden hierbei die Tendenzen der Stadt- und Landentwicklung der nächsten 20 Jahre erläutern und von ihren Erfahrungen in der Praxis berichten.
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Prof. Dr. Ursula Flecken - Gastprofessorin am Institut für Stadt - und Regionalplanung der TU Berlin- Mitglied der Akademie für Städtebau und Landesplanung - selbstständige praktische Tätigkeit als Stadtplanerin |
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Benedikt Bisping - grüner Bürgermeister der Stadt Lauf an der Pegnitz - Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetages |
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Christine Kamm (Moderation) - Mitglied des Bayerischen Landtages - kommunalpolitische und wohnungspolitische Sprecherin, Sprecherin für Föderalismus und Bundesangelegenheiten |
II. Zukunftsbranchen und Industrieleerstand – Wirtschaftlicher Wandel in Stadt und Land
Der demografische Wandel greift in hohem Maße auch ins Wirtschaftsleben ein. Die wirtschaftliche Leistung im ländlichen Raum wird durch die Abwanderungsbewegungen stetig abnehmen. Die Städte und deren Wirtschaftsbetriebe müssen hingegen den Ansturm an Zugewanderten bewältigen und immer mehr Arbeitsplätze schaffen. Die Ungleichheit zwischen Stadt und Land wird sich dadurch weiter verschärfen. Die Politik, aber auch die Betriebe selber müssen sich auf diese Entwicklungen einstellen und vorbereiten.
Bertram Brossardt wird hier als Vertreter der Wirtschaft erläutern, wie sich die bayerische Wirtschaft auf den demografischen Wandel einstellt und was sich in Bayern als die Branchen der Zukunft entwickeln könnten. Frau Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß wird hingegen vor allem auf die Tendenzen in der ländlichen Wirtschaftsentwicklung näher eingehen und versuchen Lösungskonzepte zur Überwindung der Stadt-Land-Disparität zur Diskussion zu stellen.
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Bertram Brossardt - Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) - Jurist - früher im bayerischen Wirtschaftsministerium tätig |
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Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß - Lehrstuhlinhaberin Regionalentwicklung und Raumordnung an der TU Kaiserslautern - Forschungsgebiete: Demografischer Wandel in ländlichen Regionen, regionale Wirtschaftsentwicklung, Wachstumsmotoren außerhalb der Metropolen |
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Margarete Bause (Moderation) - Mitglied des Bayerischen Landtages - Fraktionsvorsitzende |
III. Umdenken erwünscht – Nachhaltige Arbeits- und Lebensmodelle
Der demografische Wandel macht auch vor der Arbeitswelt nicht halt. Eine der vielfältigen Entwicklungen wird sein, dass mit dem Altern der Bevölkerung auch die Arbeitskräfte immer älter werden. Die Unternehmen müssen sich auf die Situation einstellen, dass es immer mehr Über-50-Jährige auf dem Arbeitsmarkt geben wird. Die Tendenzen in der Unternehmenskultur gehen jedoch in eine komplett andere Richtung. Unternehmen stellen lieber junge Arbeitskräfte ein, da sie sich von ihnen mehr Innovation und Leistung erhoffen. Doch Studien belegen, dass es die Mischung aus Alt und Jung macht, die die Produktivität eines Teams fördert. So müssen Unternehmer und Personaler die Hebel in ihren Köpfen umlegen, sich vom Irrglauben „Jung gleich gut“ verabschieden und ältere Arbeitskräfte wieder stärker einbinden.
Das Fachgespräch ist bisher mit einem Vertreter aus der Wissenschaft besetzt. Prof. Dr. Lutz Bellmann wird auf die allgemeinen Tendenzen in der Arbeitswelt in Bezug auf den demografischen Wandel eingehen. Geplant ist ein weiterer Themenschwerpunkt Richtung Bürgerschaftliches Engagement Älterer o.ä.
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Prof. Dr. Lutz Bellmann - Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Erlangen-Nürnberg - Forschungsbereichsleiter „Betriebe und Beschäftigung“ am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung - Forschungsschwerpunkt: u.a. ältere Arbeitnehmer |
| N.N. | |
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Eike Hallitzky (Moderation) - Mitglied des Bayerischen Landtages - finanzpolitischer Sprecher |
IV. Infrastruktur demografisch planen – Bildung, Mobilität, Dienstleistungen & Co
In der gesamten Infrastruktursplanung gilt es angesichts des demografischen Wandels ein Umsteuern einzuleiten. Heutzutage haben wir überfüllte Schulen, aber der langfristige Trend sagt eine Abnahme der Schülerzahlen voraus. Angesichts dieser Entwicklung gilt es bei der sinnvollen Planung neuer Schulen genau hinzusehen und an alternativen Konzepten zu arbeiten. Auch die Barrierefreie Mobilität wird zu einem Schlüsselbegriff der zukunftigen Infrastruktursplanung. Daneben gilt es trotz der Abwanderungsbewegungen aus den ländlichen Regionen die Mobilität und die Daseinsvorsorge der dort verbleibenden Bevölkerung – insbesondere der älteren Menschen – zu sichern. Dafür müssen neue Konzepte erdacht und gewagt werden.
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Christian Magerl - Mitglied des Bayerischen Landtages - umweltpolitscher Sprecher - Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit |
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Dr. Steffen Kröhnert - Sozialwissenschaftler am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung - Forschungsschwerpunkte: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und Europa sowie deren soziale und ökonomische Auswirkungen |
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Thomas Gehring (Moderation) - Mitglied des Bayerischen Landtages - schulpolitischer Sprecher - Mitglied im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport |
V. Allein alt und krank – Herausforderungen an das Pflege- und Gesundheitssystem
In der Pflege und Gesundheit hat der demografische Wandel gravierende Auswirkungen. Kurz gesagt: Immer weniger Menschen müssen immer mehr Menschen pflegen und betreuen. Diese Entwicklung hat dementsprechend Konsequenzen auf das gesamte Gesundheitssystem und die Altenpflege. Doch werden aus Sparzwängen schon heute viele Krankenhäuser und Pflege-Einrichtungen geschlossen. Wie geht man in Zukunft mit einer immer älter werdenden Bevölkerung um?
Als Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik wird Elisabeth Scharfenberg Leitlinien der grünen Politik zum Thema Pflege und Gesundheit erläutern und versuchen Perspektiven aufzuzeigen. Prof. Dr. W.D. Oswald wird zudem aus der wissenschaftlichen Warte auf die Auswikungen des demografischen Wandels eingehen und die Problematik näher beleuchten.
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Elisabeth Scharfenberg - Mitglied des Deutschen Bundestages - Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik - Mitglied des Gesundheitsausschusses - Schwerpunkte: Pflege- und Gesundheitspolitik, demografischer Wandel |
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Prof. Dr. W.D. Oswald - emeritierter Professor am Institut für Psychogerontologie (Universität Erlangen-Nürnberg) - Arbeitsschwerpunkte: Grundlagenforschung über Alterunsvorgänge, Demenzforschung, Entwicklung von Interventionsmaßnahmen mit dem Ziel der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit im höheren Alter |
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Ekin Deligöz (Moderation) - Mitglied des Deutschen Bundestages - Stellvertretende Fraktionsvorsitzende - Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Politische Koordinatorin des Arbeitskreises für Bildung, Kinder, Jugend, Familie, Demografie & Altenpolitik, Kultur, Medien, Frauen und Gender |














Ein sehr interessanter Beitrag,
gerade für die Ländlichen Vororte wo noch sehr viel Kontaktarbeit wartet. Es gibt viele Chancendenker in den Regionen.Dazu gibt es auch eine neu WEB Plattform.
In Baiern sagt man hat,mim redn kemma d Leit zam,
das gilt immer noch seit Beginn unserer Schöpfung.
Heinrich