Bericht aus dem Workshop: Generationengerechtigkeit – keine Einbahnstraße

Der Workshop “Generationengerechtigkeit – keine Einbahnstraße” mit den ReferentInnen Dimitra Kostimpas und Danyal Bayaz beschäftigte sich unter anderem mit dem Generationenvertrag und dem Problem einer gerechten Finanzierung der Rente angesichts des demografischen Wandels.

Für uns hat Silvia Wagner den Workshop besucht und protokolliert.

1. Input Dimitra Kostimpas (Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Jugend):

Was bedeutet der Begriff „Generation“?

-       gleichzeitig heranwachsend, dieselben äußeren Einflüsse, aber unterschiedliche Bildung und soziales Umfeld.

Gibt es einen „Krieg der Generationen“?

-       eigentlich nicht, denn jeder Mensch gehört im Laufe seines Lebens jeder Generation einmal an.

Aber: es gibt getrennte Lebenswelten und mittlerweile viele kreative Projekte um dies zu überwinden, z. B. Mehrgenerationenhäuser.

Wie steht es mit dem Generationenvertrag?

-       Jugend wird sowohl ökonomisch als auch ökologisch immer mehr belastet. Mittlerweile akzeptieren nur noch 81% die Rentenversicherung im bisherigen Stil.

2. Input Danyal Bayaz (Mitglied des Vorstands der Stiftung Generationengerechtigkeit):

Wie steht es in Europa mit den Renten und der Staatsverschuldung?

Wie sieht es europaweit mit den Perspektiven für die junge Generation auf die Zukunft  in Anbetracht steigender Staatsverschuldung aus?

-       Hohe Jugendarbeitslosigkeit v.a.in Portugal, Spanien, Griechenland und Italien.

-       Wenig Verständnis bei der Bevölkerung der „reichen“ Länder (Deutschland) für die finanzielle Unterstützung dieser Staaten bei gleichzeitiger Kürzung der eigenen Sozialausgaben; aber was viele vergessen: Deutschland ist abhängig von der Exportwirtschaft, vom Transfer von Arbeitskräften und Bildung (z. B. Erasmus), vom friedlichen Zusammenleben der europäischen Staaten.

-       Die Schuldenbremse mit Auswirkungen auf Bildungsmaßnahmen fördert nicht die Chancen für die Jugendlichen. Besser wären Zukunftsinvestitionen, so dass sich wieder Perspektiven ergeben.

3. Diskussion und Positionsbestimmung:

-       Die Mehrheit der Diskussionsbeiträge wirft die Frage der Finanzierung gerechter Renten in Anbetracht des demografischen Wandels auf. Ein weiterer Schwerpunkt behandelt das Problem der steigenden Staatsverschuldung im Hinblick auf Sozial- und Bildungsausgaben. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der ökologischen Ausbeutung und Vernichtung des Lebensraums „Erde“.

-       Thomas Mütze schlägt vor, dass jeder Teilnehmer drei Karten mit je einem drängenden Anliegen zum Thema beschriftet.

-       Aus den Beiträgen ergeben sich unter dem großen Aspekt der Nachhaltigkeit folgende Themenschwerpunkte: Rolle der Familie, Probleme im Alter, Chancengleichheit, Finanzierungsfragen, Umweltzerstörung.

-       In Anbetracht der Kürze der Zeit wählen die Teilnehmer mehrheitlich zwei Themen zur ausführlicheren Diskussion: Chancengleichheit und Finanzierungsfragen

4. Chancengleichheit:

-       Vor allem die Bildungschancen sollen für alle gegeben sein, unabhängig von Geldbeutel und Herkunft: vom Kleinkind bis ins hohe Lebensalter sollen staatliche Bildungseinrichtungen kostenlos sein: Kitas, Krippen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen dürfen nur so wenig wie möglich kosten, wenn nicht sogar unter bestimmten Bedingungen kostenlos sein. Bafög elternunabhängig für alle.

-       Unstimmigkeit herrschte über die genauen Bedingungen, genauso wie im Punkt „Grundsicherung für Kinder ab dem nullten Lebensjahr“ (Stichpunkt: Ticketsystem, Barauszahlung).

-       mehr Sozialarbeit an Kindergärten und Schulen.

-       Durch die Gleichbehandlung aller werden soziale Ungleichheiten weniger „vererbt“.

5. Finanzierungsfragen:

Ideensammlung zum Thema nachhaltige Finanzierung:

  • Schuldenabbau über Einnahmen: Erbschaftssteuer erhöhen, Spitzensteuersatz erhöhen, Finanzmarkttransaktionssteuer, Vermögensabgabe
  • Schuldenabbau über Inflation
  • Schuldenabbau über Wachstum
  • Ausgaben auf Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit überprüfen.

 

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